„Order“ ist ein wichtiger Begriff, wenn’s um den Handel mit Wertpapieren geht. Und wie so oft klingt der Begriff komplizierter, als es in der Praxis ist. Wir zeigen, was dahintersteckt, welche Ordertypen es gibt und wie Sie eine Order aufgeben können.
Veröffentlicht am 02.12.2025
9 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
„Order“ ist ein fester Begriff im Wertpapierhandel. Er kommt aus dem Englischen und bedeutet schlichtweg „Auftrag“ oder auch „Bestellung“. Und genau das steckt dahinter: Eine Order ist der Fachbegriff für einen Auftrag an Ihre Bank oder Ihren Broker, ein Wertpapier (z. B. eine Aktie, einen ETF oder eine Anleihe) an der Börse oder außerhalb der Börse zu kaufen oder zu verkaufen. Damit die Order präzise ausgeführt werden kann, enthält sie immer folgende Angaben:
Je nach Angaben beziehungsweise Ordertyp wird die Order direkt ausgeführt oder verbleibt so lange im System, bis die von Ihnen festgelegten Bedingungen erfüllt sind oder die zeitliche Gültigkeit abgelaufen ist.
Order ist nicht gleich Order. Die verschiedenen Typen unterscheiden sich vor allem dahingehend, wann und zu welchem Preis Ihre Order ausgeführt werden soll. Das Gute: Mit intelligenten Ordertypen können Sie die volle Kontrolle über Ihre Anlagen behalten, Risiken minimieren und Ihre Anlagestrategie automatisieren – ohne dass Sie dafür ständig die Kurse beobachten müssen.
Bei einer Market-Order wird das Wertpapier sofort zum aktuell besten verfügbaren Marktpreis gekauft oder verkauft – unabhängig davon, wie hoch der Preis ist. Da die Order jeden verfügbaren Preis akzeptiert, wird sie nahezu garantiert und innerhalb von Sekunden ausgeführt. Die Market-Order ist damit sinnvoll für alle, die schnell handeln, also sofort kaufen oder verkaufen möchten.
Der Nachteil: Als Anlegerin oder Anleger haben Sie keine Kontrolle über den genauen Ausführungspreis. Bei wenig gehandelten Wertpapieren oder in volatilen Marktphasen kann der Ausführungspreis deshalb stark vom erwarteten Preis abweichen. Das gleiche Risiko besteht auch bei größeren Orders mit Teilausführungen.
Anders als bei einer Market-Order legen Sie bei einer Limit-Order für einen gewissen Zeitraum (zum Beispiel einen Tag oder einen Monat) einen Maximalpreis beim Kauf und einen Minimalpreis beim Verkauf fest. Die Order wird also nur ausgeführt, wenn dieses Limit eingehalten werden kann. Sind nicht genügend Wertpapiere zum gewünschten Preis verfügbar, kann Ihre Limit-Order auch nur teilweise ausgeführt werden. In diesem Fall bleibt die restliche Order so lange gültig, bis der vorab festgelegte Zeitraum abgelaufen ist.
Damit sind Limit-Orders empfehlenswert für alle, die nur bis zu einem bestimmten Preis kaufen oder verkaufen möchten.
Der Vorteil: Bei einem Verkauf erhalten Sie in jedem Fall den festgelegten Minimalpreis. Beim Kauf zahlen Sie maximal den von Ihnen festgelegten Maximalpreis. So haben Sie die volle Preiskontrolle und können sich vor ungünstigen Ausführungen schützen. Besonders bei volatilen oder wenig gehandelten Wertpapieren sind Limit-Orders deshalb sinnvoll.
Der Nachteil: Passen Preis und Limit nicht zusammen, wird Ihre Order möglicherweise gar nicht ausgeführt. Sie können mit einer Limit-Order also attraktive Kauf- oder Verkaufsgelegenheiten verpassen.
ei einer Stop-Order wird der Auftrag erst aktiviert, wenn ein bestimmter Kurs (der Stop-Preis) erreicht wird. Die Order wird dann als Market-Order ausgeführt: Das Wertpapier wird also zum besten verfügbaren Preis gekauft beziehungsweise verkauft.
Es gibt grundsätzlich zwei Stop-Order-Typen:
Grundsätzlich bleiben Stop-Orders so lange im System, bis der Stop-Preis erreicht wird. Wird kein Stop-Preis erreicht, verfallen sie. Wie bei vielen anderen Ordertypen können Sie festlegen, wie lange die Bedingungen gültig sind.
Der Vorteil: Stop-Orders geben Ihnen mehr Kontrolle. Mit ihnen können Sie Ihr Risiko begrenzen und Gewinne sichern.
Der Nachteil: In schnell fallenden Märkten können Stop-Orders risikoreich sein, da die Ausführungen auch unter dem Stop-Preis erfolgen können. Und auch bei kurzfristigen Kursschwankungen können sie nachteilig sein, weil Sie möglicherweise ungewollt „ausgestoppt“ werden.
Eine Stop-Limit-Order kombiniert die Mechanismen der Stop-Order und Limit-Order. Das bedeutet: Nach Erreichen des Stop-Preises wird statt einer Market-Order eine Limit-Order aktiviert. Das Wertpapier wird also nur innerhalb der von Ihnen festgelegten Preisspanne gekauft oder verkauft.
Sie können Stop-Limit-Order – genau wie andere Ordertypen – zeitlich begrenzen. Läuft die von Ihnen festgelegte Frist ab, ohne dass die Bedingungen erfüllt sind, verfällt die Order automatisch. Auch Teilausführungen sind möglich. In diesem Fall bleibt der Rest offen bis die Order vollständig ausgeführt wird oder ihre Gültigkeit abläuft.
Da Stop-Limit-Orders genaue Preisvorstellungen voraussetzen, sind sie in der Regel eher für erfahrene Anlegerinnen und Anleger geeignet.
Der Vorteil: Mit Stop-Limit-Orders haben Sie mehr Kontrolle, weil der Ordertyp Ausführungen zu extrem ungünstigen Preisen vermeidet.
Der Nachteil: Die Order wird möglicherweise gar nicht erst ausgeführt, wenn der Kurs nach der Auslösung unter Ihr Limit sinkt. Die Order bleibt in diesem Fall offen, der Verkauf findet also nicht statt. Das bedeutet auch: Sie bleiben auf Wertpapieren mit fallendem Kurs sitzen.
Eine Trailing-Stop-Order ist eine dynamische Verkaufs- oder Kauforder. Bei dieser Variante wird der Stop-Loss beim Kauf nach oben automatisch verschoben, wenn der Kurs steigt. Beim Verkauf wird der Stop-Loss nach unten angepasst. Dafür legen Sie einen Abstand (absolut oder prozentual) fest, den der Stop-Loss immer zum aktuellen Kurs haben soll.
Der Vorteil: Trailing-Stop-Orders sichern Gewinne ab, ohne dass Sie dafür den Stop-Loss manuell anpassen müssen. Gleichzeitig begrenzen Sie die Verluste.
Der Nachteil: Nicht alle Broker bieten Trailing-Stops an. Bei volatilen Wertpapieren können Sie außerdem durch normale Schwankungen „ausgestoppt“ werden.
| Ordertyp: | Vorteile: | Nachteile: |
|---|---|---|
| Market-Order | Schnelle, garantierte Ausführung | Kein Preislimit, Ausführungspreis kann vom erwarteten Preis abweichen |
| Limit-Order | Volle Preiskontrolle | Möglicherweise keine Ausführung oder nur Teilausführung |
| Stop-Order | Automatische Verlustbegrenzung | Ausführung unter Stop-Preis möglich, Gefahr des „Ausstoppens“ |
| Stop-Limit-Order | Kontrolle auch nach Stop-Auslösung | Möglicherweise keine Ausführung, wenn der Kurs nach Auslösung unter das Limit fällt. Die Order bleibt dann offen |
| Trailing-Stop-Order | Automatisches Nachziehen des Stops | Nicht überall verfügbar, kann bei starken Kursschwankungen zum ungewollten „Ausstoppen“ führen. |

Bei Einzelaktien ist die Order der zentrale Mechanismus für den Kauf und Verkauf. Ihr Anlagetyp und Ihre Anlagestrategie entscheiden darüber, welcher Ordertyp der passende ist.
ETFs werden wie Aktien an der Börse gehandelt und erfordern ebenfalls eine Order zum Kauf oder Verkauf.
Auch Anleihen werden über Orders gehandelt. Sie können sowohl an der Börse (z. B. über elektronische Handelsplattformen) als auch außerhalb der Börse gehandelt werden. Bei einem außerbörslichen Handel erfolgt die Order über Ihre Hausbank beziehungsweise Sparkasse.
Orders steuern auch den gesamten Handel mit Fonds. Fondsanteile werden allerdings in der Regel direkt über Fondsgesellschaften gekauft oder verkauft. Die Abrechnung erfolgt meist zum Tageskurs, also einmal pro Tag, ohne dass ein klassisches Orderbuch wie an der Börse existiert.
Zertifikate werden genau wie Aktien ebenfalls an der Börse gehandelt. Auch hier ist also eine Order erforderlich.
Orders werden an Wertpapierbörsen wie der Frankfurter Börse (Xetra), Stuttgart, München oder internationalen Börsen ausgeführt. Allerdings führt die Börse die Order nicht selbst aus, sondern stellt nur die Handelsplattform bereit. Die Ausführung selbst übernimmt Ihre Sparkasse oder Ihre Bank als Vermittlerin. Dazu leitet sie Ihre Order an den gewählten Handelsplatz weiter und führt sie in Ihrem Auftrag aus.
Das Prinzip an der Börse ist dann im Grundsatz simpel: Ihre Order wird mit passenden Orders anderer Anlegerinnen und Anleger zusammengebracht. Es treffen also Angebot und Nachfrage aufeinander, wobei der Börsenmechanismus für Transparenz und eine faire Preisbildung sorgt. Es gibt also klare Regeln.
Passen die Bedingungen zusammen, kommt es zur Ausführung. Nach der Ausführung bucht Ihre Sparkasse oder Bank die Wertpapiere in Ihr Depot ein beziehungsweise aus, belastet Ihr Verrechnungskonto mit dem Kaufpreis und dem Preis oder schreibt Ihnen den Betrag gut.
Grundsätzlich übernimmt Ihre Bank die Ausführung in Ihrem Auftrag. Damit Sie aber den Auftrag erteilen können, müssen zunächst ein paar Voraussetzungen erfüllt sein:
Sind die Voraussetzungen erfüllt, können Sie die eigentliche Order aufgeben. Und das geht ganz einfach so:
Suchen Sie das gewünschte Wertpapier mit der ISIN (International Securities Identification Number) oder WKN (Wertpapierkennnummer) oder dem Namen.
Wählen Sie in der Ordermaske Kauf oder Verkauf aus.
Legen Sie die Stückzahl sowie den Betrag, Handelsplatz und Ihren gewünschten Ordertyp fest.
Definieren Sie die Gültigkeit.
Prüfen Sie alle Angaben sorgfältig, bevor Sie die Order final platzieren.
Bestätigen Sie die Order mit einer TAN oder einem anderen Freigabeverfahren. In der Regel wird Ihre Order erst nach der Bestätigung an die Börse übermittelt.
In vielen Fällen ist der Anfang beim Wertpapierhandel leichter gemacht, als man denkt – auch wenn die vielen Fachbegriffe es kompliziert aussehen lassen. Neben der passenden Strategie kommt es vor allem auch darauf an, frühzeitig zu starten. Am besten fangen Sie deshalb jetzt an, Ihr Geld anzulegen – mit den passenden Wertpapieren un dem passenden Ordertyp.
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