Sie möchten Ihr Geld nicht länger auf dem Konto liegen lassen, sondern mehr daraus machen? Wir zeigen Ihnen, welche Anlagemöglichkeiten es gibt, wie Sie Ihr Geld am besten investieren und langfristig Vermögen aufbauen. Für größere Träume oder einfach für die Zukunft.
Veröffentlicht am 27.06.2025
14 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
Lassen Sie Ihr Geld nicht auf dem Konto liegen, sondern sorgen Sie dafür, dass es sich vermehrt. Auch mit kleinen Beträgen kann sich das lohnen. Denn durch den Zinseszinseffekt haben Geldanlagen über die Jahre eine enorme Wirkung.
Fakt ist: Die gesetzliche Rente reicht nicht mehr aus. Wir alle sollten daher in Sachen Altersvorsorge aktiv werden – also Geld für die Rente anlegen. Wer nichts macht oder zu lange wartet, läuft Gefahr, den eigenen Lebensstandard im Alter nicht mehr halten zu können.
Mit dem Renteneintritt der Baby-Boomer könnte sich die Situation zusätzlich verändern. Schließlich beziehen immer mehr Menschen eine gesetzliche Rente, während immer weniger Menschen in die Rentenkasse einzahlen. Die Beiträge könnten daher steigen, obwohl am Ende weniger für alle übrig bleibt.
Frauen besitzen zum Renteneintritt nur drei Viertel des Vermögens von Männern. Das liegt einerseits daran, dass sie oft weniger als ihre männlichen Kollegen verdienen oder andere Karrierewege gehen. Andererseits sind Frauen insgesamt weniger aktiv, was Geldanlagen angeht.
Indem Sie Ihr Geld anlegen, bauen Sie nicht nur Vermögen auf. Sie schützen auch Ihr bestehendes Vermögen vor der Inflation. Denn beim Geldanlegen geht es nicht nur darum, regelmäßig zu sparen, es geht vor allem darum, dass Ihr Geld an Wert gewinnt.
Mit anderen Worten: Sparen Sie Ihr Geld einfach nur auf Ihrem Konto, schrumpft die Kaufkraft. Sie können also weniger mit dem gleichen Geldbetrag kaufen.
Von Rendite über Liquidität bis hin zu Broker und Diversifizierung: Vor allem am Anfang können die Anlagevarianten überfordernd wirken. Wir geben deshalb Klarheit und zeigen Ihnen, was hinter den Begriffen steckt.
Bei der Anlagestrategie geht es darum, wie Sie Ihr Geld anlegen möchten – also welchen Teil Ihres Geldes Sie in sichere oder risikoarme Anlagen investieren möchten und welchen Teil in risikobehaftetere.
Bei größeren Anlagesummen ist das theoretisch sehr kleinteilig möglich – oft aber gar nicht nötig. Für die meisten reicht es aus, sich für einen der drei Anlagestile zu entscheiden:
Das Grundkonzept einer erfolgreichen Anlagestrategie ist also, risikoreiche und sichere Anlagen in einem Verhältnis zu mischen, das Ihrem eigenen Anlagestil entspricht.
Ihr Anlagetypus – oder auch Ihre Anlagementalität – beschreibt, ob Sie Ihr Geld vorsichtig anlegen oder bereit sind, ein Risiko einzugehen. Je offensiver Sie hier vorgehen, desto mehr Risiko gehen Sie ein und desto höher sind in der Regel die Renditechancen. Genauso andersrum: Wer eher vorsichtig anlegt, geht weniger Risiko ein, hat aber meist auch geringere Renditechancen.
Bei Ihren Anlagezielen dreht sich alles um die Frage, wofür und wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten. Dementsprechend wählen Sie auch Ihre Strategie: Wer zum Beispiel zu einem festen Zeitpunkt in zehn oder fünfzehn Jahren Kapital benötigt, um eine Immobilie zu kaufen, sollte am besten ein mäßiges Risiko eingehen (z. B. mit breit gestreuten ETFs) und dafür sorgen, dass das Geld in den letzten Jahren sicher angelegt ist (z. B. mit einem Tagesgeldkonto). Schließlich wären kurzfristige Verluste kurz vor dem geplanten Immobilienkauf ein Problem.
Möchten Sie Ihr Geld langfristig für die Rente in 30 oder 40 Jahren anlegen, haben Sie deutlich länger Zeit, können kurzfristige Schwankungen besser aushalten und so auch über Anlagen nachdenken, die erfahrungsgemäß höhere Renditen erzielen.
An der Börse werden Wertpapiere (z. B. Aktien oder Anleihen) gehandelt – also gekauft und verkauft. Börsen unterliegen dem Börsengesetz und einer spezifischen Börsenordnung, die den Handel regelt.
Privatanlegerinnen und -anleger können nicht direkt an der Börse handeln. Diese Aufgabe übernehmen Broker: Sie sind die Schnittstelle zwischen Anlegerinnen, Anlegern und der Börseund führen auf Wunsch Transaktionen aus. Für diesen Service fallen Gebühren an, die je nach Service variieren: Full-Service-Broker bieten eine Strategieplanung und Beratung, Discount-Broker wickeln nur den Handel ab.
Ein Depot (oder auch Wertpapierdepot) ist Voraussetzung, um in Wertpapiere zu investieren und sie an der Börse zu handeln. Es ist eine Art digitaler Safe, in dem Sie Ihre Wertpapiere aufbewahren und funktioniert im Grunde genau wie ein Girokonto – nur, dass statt Geldbeträgen Aktien, Anleihen und Co. verbucht werden.
Wer sich gerade mit Geldanlagen beschäftigt, stolpert früher oder später über den Begriff „Diversifizierung“ – denn sie wird von allen Börsenexpertinnen und -experten empfohlen. Die Idee dahinter ist ganz einfach: Setzen Sie niemals alles auf eine Karte. Investieren Sie stattdessen in verschiedene Unternehmen, Branchen und Regionen. Denn je diversifizierter Ihr Portfolio ist, desto geringer fällt das Anlagerisiko aus. Wertschwankungen können so untereinander ausgeglichen werden.
Eine Dividende ist eine Gewinnbeteiligung, die eine Aktiengesellschaft ihren Aktionärinnen und Aktionären auszahlt, um sie am Unternehmensgewinn teilhaben zu lassen. Sie wird in der Regel einmal jährlich ausgeschüttet und ist meist abhängig vom Erfolg des Unternehmens.
Mit einer durchdachten Finanzplanung behalten Sie die Zügel in der Hand. Sie steuern Ihre Finanzen und sorgen dafür, dass Ihre Einnahmen und Ausgaben in einem gesunden Verhältnis zueinander stehen. Sinnvoll ist es dabei auch, eine Notreserve für unvorhersehbare Ausgaben aufzubauen. Ideal sind drei Nettomonatsgehälter, zum Beispiel auf einem Tagesgeldkonto.
Die Liquidität sagt aus, wie schnell sich eine Anlage zu Geld machen lässt. Bei Festgeldkonten oder Sparbriefen ist Ihr Geld zum Beispiel nicht liquide, weil eine vorzeitige Kündigung meist ausgeschlossen ist. Wertpapiere hingegen können fast immer an der Börse verkauft werden – sie sind also eine liquide Anlageform.
Die Rendite beschreibt den Ertrag, den eine bestimmte Anlage bis zur Rückzahlung gebracht hat. Sie kann als durchschnittlicher Ertrag pro Jahr (jährliche Verzinsung) angegeben werden oder als Gesamtertrag über die komplette Laufzeit.
Genau genommen ist es sinnvoll, die Netto-Rendite zu bestimmen, also Kosten wie etwa die Kaufprovision abzuziehen.
Die Sicherheit einer Anlage sagt aus, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie am Ende der Laufzeit oder bei einem Verkauf Ihr ursprünglich eingezahltes Kapital in voller Höhe zurückbekommen. Zwischenzeitliche Wertschwankungen spielen dabei keine Rolle. Entscheidend ist, wie viel Geld am Ende tatsächlich zurückfließt.
Ihre Sparfähigkeit gibt an, wie viel Geld Sie anlegen können – oder anders gesagt: auf welche Summe Sie langfristig verzichten können. Dabei spielt es auch eine Rolle, ob Sie Ihr Geld einmalig oder regelmäßig anlegen möchten.
Eine Vermögensbilanz ist die Gegenüberstellung Ihres Vermögens und Ihrer Verbindlichkeiten. Das Ergebnis dieser Gegenüberstellung ist Ihr Netto-Vermögen.
Wertpapiere sind Urkunden, die Ihnen als Besitzerin oder Besitzer bestimmte Rechte an einem Vermögen bescheinigen. Zu den gängigsten Anlageformen gehören Aktien, Anleihen, klassische Fonds und ETFs. Mit ihnen können Sie Ihre Rechte gegenüber den Schuldnern geltend machen – haben also zum Beispiel Anspruch auf Dividendenzahlungen bei Aktien oder Zinsen bei Anleihen.
Zu den möglichen Zinsanlagen gehören Girokonten, Tagesgeldkonten, Festgeldkonten sowie Anleihen und Zinszertifikate. Mit ihnen erhalten Sie einmalig oder regelmäßig Zinszahlungen.
Wenn die Gewinne und jährlichen Erträge aus der Geldanlage nicht entnommen, sondern immer wieder mitangelegt werden, können sie in den folgenden Jahren selbst Erträge abwerfen – genau das beschreibt den Zinseszinseffekt. Die Zinsen einer Geldanlage werden also reinvestiert und mitverzinst, sodass sich Ihr Geld vermehrt.
Auch wenn Sie Ihr Geld vielleicht gerade am liebsten direkt anlegen möchten, ist es sinnvoll, sich im Vorfeld ein paar Gedanken dazu zu machen. Denn inzwischen gibt es nicht nur verschiedene Anlageformen, sondern auch verschiedene Stratgien und Wege, mehr aus dem eigenen Geld herauszuholen. Etwas Vorbereitung zahlt sich daher am Ende fast immer aus.
Die Frage ist dabei vor allem, welches Ziel verfolgen Sie? Wollen Sie für das Alter vorsorgen oder in größere Träume investieren? Daneben spielt es auch eine Rolle, ob Sie ein konkretes Vermögensziel erreichen möchten oder Ihr Geld zu einem bestimmten Zeitpunkt benötigen.
Möchten Sie Ihr Geld einmalig anlegen? Oder regelmäßig einen bestimmten Betrag zurücklegen?
Einmalige Geldanlagen sind sinnvoll, wenn Sie gerade eine größere Summe Geld erhalten haben – zum Beispiel zum Geburtstag, als Schenkung, als Erlös aus einem Immobilienverkauf oder Erbe. Statt Ihr Geld auf dem Konto zu sparen, können Sie mit einer Geldanlage dafür sorgen, dass es Erträge abwirft.
Für viele Einsteigerinnen und Einsteiger lohnt es sich, regelmäßig einen Geldbetrag anzulegen. Denn oft stehen keine größeren Summen zur Verfügung. Sie können zum Beispiel ganz einfach mit einem Sparplan über 50 Euro im Monat starten. Haben Sie mal weniger Geld zur Verfügung, können Sie den Sparplan reduzieren oder aussetzen – und genauso andersrum. Denn die Höhe der Beiträge ist flexibel anpassbar.
Um einen passenden Betrag festzulegen, sollten Sie sich möglichst im Vorfeld überlegen, wie viel Geld Sie monatlich zurücklegen können, ohne sich bis zum Ende des Monats einzuschränken. Am besten verschaffen Sie sich dazu einen Überblick über Ihre Einnahmen und monatlichen Fixkosten. Das geht ganz einfach mit einem digitalen Haushaltsbuch, das direkt mit dem Konto verknüpft ist, oder mit Apps wie Money Manager oder Bluecoins. Solche Apps kategorisieren auch Ihre Ausgaben – und zeigen so, wohin Ihr Geld jeden Monat fließt.
Mit einem Wertpapierdepot können Sie Ihr Portfolio verwalten. Sowohl Banken als auch Neo-Broker (Online-Broker) bieten Depots an. Welcher Anbieter der richtige für Sie ist, hängt unter anderem davon ab, ob Sie Ihre Wertpapiere eigenständig handeln möchten oder sich eine persönliche Beratung wünschen.
Bei der Suche nach einem passenden Depot-Anbieter kann sich auch ein Vergleich der Kosten lohnen. Denn je nach Anbieter können die Kosten, zum Beispiel für die Depotführung oder Transaktionen, variieren.
Für eine passende Anlagestrategie können Sie sich am magischen Dreieck orientieren: Dieses Dreieck beschreibt das Zusammenspiel von Rendite, Sicherheit und Liquidität – bezieht sich also auf die drei Größen einer Geldanlage, die eigentlich im Konflikt zueinander stehen. Denn eine Geldanlage kann nie in allen drei Bereichen optimal abschneiden: Wünschen Sie sich zum Beispiel Sicherheit, müssen Sie in der Regel Abstriche in der Rendite machen. Wollen Sie hingegen maximale Gewinne erreichen, sind die Anlagen in der Regel weniger sicher.
Mit dem magischen Dreieck geht es darum, Prioritäten zu setzen und die passende Balance zu finden. Das gelingt am besten, indem Sie Ihr Portfolio diversifizieren, Ihr Geld also auf mehrere Anlagen und unterschiedliche Anlageklassen strukturiert verteilen. Genau so gleichen Sie auch die Verlustrisiken der einzelnen Investments aus – ohne dass Ihre Ertragschancen wesentlich sinken.
Wenn Sie wissen, wofür und wie Sie Ihr Geld anlegen möchten und ein Depot eröffnet haben, kann es direkt losgehen. Lassen Sie dabei am besten keine Zeit verstreichen. Denn frühe Investitionen lohnen sich am meisten –Sie profitieren vom Zinseszinseffekt, können Marktschwankungen besser aussitzen und benötigen insgesamt auch geringere Sparraten, um über die Zeit größere Summen anzulegen.
Sie können auch Schritt für Schritt starten – also erstmal mit kleinen Beträgen probeweise Geld anlegen (z. B. im Rahmen eines Sparplans). So können Sie erste Erfahrungen sammeln und sich mit der Welt der Geldanlagen vertraut machen, bevor Sie größere Beträge investieren oder zusätzliche Anlageformen hinzunehmen.
Egal ob Einsteigerin oder Profi: Beim Investieren können Fehler passieren. Sie im Vorfeld zu kennen, kann allerdings helfen, sie zu vermeiden.
Die Lebenssituation verändert sich erfahrungsgemäß über die Zeit hinweg. Und genauso ist es mit den Vermögenszielen: Nach dem Studium haben Sie vielleicht andere finanzielle Ziele als mitten im Berufsleben. Statt Ihre Strategie einmalig festzulegen, sollten Sie sich daher laufend fragen: Passen Ihre Geldanlagen und die Zusammensetzung des Portfolios noch zu den persönlichen Bedürfnissen und dem persönlichen Risiko-Rendite-Profil?
Setzen Sie sich dazu am besten immer wieder mit Ihrem Portfolio auseinander. Führen Sie regelmäßig einen Depotcheck durch und überprüfen Sie möglichst einmal pro Jahr Ihr Sparbudget, Ihre Strategie und die Zusammensetzung der verschiedenen Anlageklassen und Anlageprodukte.
Die meisten Checks zeigen früher oder später, dass die ursprüngliche Anlagestrategie und Vermögensmischung neu ausgerichtet werden müssen – auch weil sich der Wert der einzelnen Geldanlagen zwischenzeitlich unterschiedlich entwickelt hat.
Jede Geldanlage ist mit Risiken verbunden. Sie lassen sich auch nie ganz vermeiden, aber reduzieren – indem Sie wissen, welche Risiken es gibt und lernen, sie richtig einzuschätzen. Auf dieser Basis können Sie die Anlagen auch besser an Ihre Risikobereitschaft anpassen und die passende Strategie wählen.
Folgende Risiken können bei Geldanlagen entstehen:
Ein Blick in die Vergangenheit der Finanzmärkte zeigt: Bei Geldanlagen bewährt sich eine ruhige Hand. Es ist verständlich, dass Einsteigerinnen und Einsteiger schneller in Panik geraten, wenn die Kurse schwanken. Denn in solchen Momenten fehlt einfach die Erfahrung. Wichtig ist in diesen Situationen, dass Sie keine überstürzten Entscheidungen treffen – selbst wenn der Kurs eingebrochen ist. Vor allem bei Aktien hat sich immer wieder gezeigt, dass sich kurzfristige Verluste über die Zeit hinweg wieder ausgeglichen haben und auf lange Sicht einem Aufwärtstrend folgen.
Halten Sie stattdessen besser an Ihrer Strategie fest und treffen Sie Ihre Entscheidungen mit Bedacht. Denn wer schnell und häufig verkauft, muss auch mit Transaktionsgebühren rechnen, die die Rendite auf Dauer schmälern.
Manche Einsteigerinnen und Einsteiger neigen dazu, in risikoreiche Anlagen zu investieren, weil sie auf schnelle Gewinne hoffen. Dabei übersehen sie oft, dass hohe Renditen in der Regel auch mit hohen Verlustmöglichkeiten verbunden sind. Besser ist es daher, wenn Sie für ein ausgewogenes Portfolio sorgen. Ideal ist ein Mix aus sicheren und riskanteren Anlagen.
Erfolgreiche Anlegerinnen und Anleger erweitern ihr Wissen stetig. Denn auch die Möglichkeiten und Märkte verändern sich. Bleiben Sie daher auf dem Laufenden mit Blogs, Videos oder Podcasts.
Fangen Sie am besten jetzt an, Ihr Geld anzulegen. Denn mit dem Zinseszinseffekt entfalten selbst kleine Beträge über die Jahre eine große Wirkung. Es lohnt sich daher, schon jetzt loszulegen – auch wenn Sie nur 50 Euro im Monat zur Seite legen können.
Achten Sie auf eine gute Mischung aus risikoreichen und risikoarmen Anlagen, diversifizieren Sie Ihr Portfolio und prüfen Sie laufend, ob es noch zu Ihren Zielen passt. Und ganz wichtig: Verlieren Sie nicht den Mut. Kurse können schwanken, in der Regel erholt sich der Markt aber immer wieder. Es ist nur ein bisschen Geduld gefragt.
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