Hand aufs Herz: Wissen Sie genau, wie viel Geld Ihnen jeden Monat wirklich zur Verfügung steht? Nein? Dann ist das kein Grund für Verlegenheit, aber ein guter Grund, um genau jetzt einen Blick auf Ihre Finanzen zu werfen.
Veröffentlicht am 20.02.2026
11 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
Der Begriff „Fixkosten“ kommt ursprünglich aus der Betriebswirtschaft und beschreibt alle Kosten, die unabhängig von der Produktionsmenge anfallen. Übertragen auf das private Leben bedeutet das: Fixkosten sind alle Ausgaben, die sich kurzfristig nicht beeinflussen lassen, weil sie an einen Vertrag gebunden sind. Sie fallen also immer an – unabhängig davon, wie sparsam Sie leben oder konsumieren.
Bei den meisten Haushalten nehmen die Fixkosten den größten Teil der Ausgaben ein. Laut Statistischem Bundesamt fielen in deutschen Haushalten 2023 rund 3.032 Euro pro Monat für Konsumausgaben an: 38 Prozent (also 1.152 Euro) davon für Wohnen, Energie und Wohnungsinstandhaltung, 12 Prozent (circa 364 Euro) für Transport (inkl. KFZ-Kosten, Versicherungen, ÖPNV-Tickets usw.) und weitere 24 Prozent (728 Euro) für weitere Fixkosten wie Versicherungen, Telekommunikation und Finanzdienstleistungen.
Anna ist unsere Beispielperson – und in Sachen Geld ein gutes Vorbild. Denn sie wirft einen Blick auf ihre Fixkosten, um zu sehen, ob das Verhältnis zu Ihren Einkommen stimmt und um zu erfahren, wo sie Geld sparen kann.
Anna lebt in Köln in einer 55-Quadratmeterwohnung. Sie verdient 2.800 Euro netto und hat monatlich folgende Ausgaben:
Aktuell gibt sie also rund 50 Prozent von ihrem Gehalt für Fixkosten aus.
Wer seine Fixkosten genau kennt, weiß, wie viel Geld am Monatsende wirklich übrigbleibt. Und das ist die Grundlage für jede vernünftige Finanzplanung. Denn nur wenn Sie wissen, welcher Betrag nach Abzug aller Fixkosten noch zur Verfügung steht, können Sie realistisch planen und festlegen, wie viel Sie für Lebensmittel, Freizeitaktivitäten und vor allem zum Sparen verwenden können. Mit dieser Sicherheit können Sie außerdem besser auf Veränderungen reagieren – wenn sich zum Beispiel Ihre Einkommenssituation ändert.
Viele Menschen überschätzen ihre Sparfähigkeit, weil sie die Höhe ihrer Fixkosten unterschätzen. Ohne einen Überblick über die Fixkosten ist es also fast unmöglich, gezielt zu sparen. Möchten Sie also für eine größere Anschaffung – zum Beispiel den Kauf einer Immobilie – Geld zur Seite legen, sollten Sie daher zunächst ermitteln, wie viel Sie monatlich ausgeben, um dann festzulegen, wie viel Sie monatlich sparen können.
Möchten Sie einen Kredit aufnehmen, müssen Sie Ihrer Bank detailliert nachweisen können, welche monatlichen Lebenshaltungskosten anfallen. Denn Ihre Bank berechnet auf Basis Ihrer Fixkosten und variablen Kosten, wie viel Kreditrate Sie sich leisten können. Je niedriger Ihre Fixkosten sind, desto mehr Kredit können Sie (wahrscheinlich) sich leisten.
Viele Menschen haben keinen Überblick über ihre monatlichen Abbuchungen. Und genau so laufen Abos weiter, obwohl das Fitnessstudio schon längst nicht mehr besucht wird oder der Streamingdienst eigentlich schon vor Monaten gekündigt werden sollte. Indem Sie Ihre Fixkosten schwarz auf weiß auflisten, erkennen Sie diese unnötigen Kosten.
Im Gegensatz zu den Fixkosten fallen variable Kosten unregelmäßig an. Sie verändern sich von Monat zu Monat und hängen stark vom individuellen Konsumverhalten ab.
Der große Unterschied zu den Fixkosten: Sie können die Kosten senken, indem Sie sparen. Gehen Sie zum Beispiel in einem Monat weniger essen oder verzichten auf einen neuen Pullover, kann sich das schnell bemerkbar machen.
Viele Finanzexpertinnen und -experten empfehlen die 50-30-20-Regel – zumindest als Orientierung für eine gesunde Budgetaufteilung. Nach dieser Regel teilen Sie Ihr Nettoeinkommen am besten so auf:
Das Problem: In teuren Großstädten wie Köln und Bonn ist die 50-30-20-Regel in der Realität schwer umsetzbar. Denn allein die Miete nimmt einen großen Teil des Einkommens ein – vor allem wenn die Wohnung zentral liegt (z. B. in Köln-Lindenthal, Ehrenfeld oder in der Bonner Südstadt). Hier zahlen Mieterinnen und Mieter oft 40 bis 45 Prozent ihres Nettoeinkommens allein zum Wohnen. In Summe – also zusammen mit den anderen Fixkosten – sind damit schnell 60 bis 65 Prozent des Einkommens gebunden. Gerade dann lohnt es sich, mal genauer hinzusehen. Denn auch wenn sich spontan erstmal nichts an den Fixkosten drehen lässt, können Kündigungen oder Anbieterwechsel langfristig hohe Summen sparen.
Nach der 50-30-20-Regel ist Anna ideal aufgestellt, wenn sie ihr Nettoeinkommen von 2.800 Euro so aufteilt:
Kurze Einleitung: Der beste Weg, um Klarheit über die eigenen Fixkosten zu bekommen, ist eine systematische Erfassung aller wiederkehrenden Ausgaben. Das klingt aufwändiger, als es ist – mit der richtigen Methode haben Sie in etwa einer Stunde einen vollständigen Überblick.
Schauen Sie sich die Kontoauszüge der letzten drei Monate in Ihrem Online-Banking an. Notieren Sie sich alle wiederkehrenden Abbuchungen – egal ob monatlich, quartalsweise oder jährlich.
Sortieren Sie die Abbuchungen nun in folgende Kategorien:
Dazu gehören:
Dazu gehören:
Dazu gehören:
Dazu gehören:
Dazu gehören:
Viele Fixkosten (z. B. die Kfz-Steuer oder Rundfunkbeitrage) fallen jährlich oder quartalsweise an. Damit Sie sich einen Überblick über die monatlichen Fixkosten verschaffen können, rechnen Sie diese Fixkosten am besten um: Teilen Sie dazu die jährlichen Beträge durch 12 und die Beträge, die quartalsweise anfallen, durch drei.
Ein Beispiel: Ihre Kfz-Versicherung kostet 720 Euro pro Jahr. Das sind durchschnittlich 60 Euro pro Monat (720 Euro / 12 Monate).
Addieren Sie nun alle monatlichen Beträge. Das Ergebnis zeigt Ihnen, wie viel Geld jeden Monat fest gebunden ist, also bevor Sie etwas für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeitaktivitäten ausgegeben haben.
Es lässt sich nicht pauschal sagen, wann Ihre Fixkosten zu hoch sind. Viel wichtiger ist, dass sie in Relation zu Ihrem Nettoeinkommen stehen und, dass am Ende noch etwas übrigbleibt. Ziehen Sie daher Ihre gesamten Fixkosten von Ihrem monatlichen Nettoeinkommen ab. Berücksichtigen Sie zudem Ihre Sparrate und im besten Fall auch direkt Ihre groben Kosten für Lebensmittel. Denn auch die fallen jeden Monat an.
Auch wenn die Fixkosten vertraglich gebunden sind, heißt das nicht, dass Sie nichts ändern können. Ganz im Gegenteil: Mit wenigen Veränderungen lassen sich oft 100 bis 200 Euro pro Monat einsparen – ohne dass Sie auf Lebensqualität verzichten müssen.
Viele Haushalte beziehen seit Jahren Strom und Gas vom örtlichen Grundversorger – und das, obwohl es in vielen Fällen deutlich günstigere Anbieter gibt. Allein ein Anbieterwechsel kann im Jahr bis zu 300 Euro einsparen. Kurz mal prüfen, ob es bessere Angebote gibt, kann sich daher lohnen. Nutzen Sie dazu am besten Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox. Sie zeigen Ihnen in wenigen Klicks den günstigsten Tarif für Köln oder Bonn. Achten Sie dabei auch auf Neukundenboni und Preisgarantien.
Daneben spart auch ein bewusster Verbrauch jeden Monat bares Geld. Probieren Sie es aus:
Versicherungen schützen vor größeren finanziellen Belastungen – und sind deshalb eine gute Sache. Dennoch lohnt sich ein Blick auf Ihre aktuellen Versicherungen:
Auch Handyverträge sind oft teurer als nötig – vor allem, wenn sie schon länger laufen und das Smartphone bereits abbezahlt ist. Dann lohnt es sich fast immer zu einem günstigeren SIM-only-Tarif zu wechseln. Kleiner Tipp: Prepaid-Anbieter oder Discounter bieten oft besonders günstige Konditionen bei gleicher Netzqualität.
Prüfen Sie bei Ihrem Internetvertrag zwei Dinge:
Streaming-Dienste, Fitnessstudio, Zeitung, Premium-Mitgliedschaften: Für sich genommen sind es kleine Beiträge, in Summe machen sie aber einen großen Teil der Fixkosten aus. Fragen Sie sich daher ehrlich: Welches Ihrer Abos brauchen Sie unbedingt? Bei welchem davon gibt es eine kostenlose Alternative?
Wer selten ins Fitnessstudio geht, kann stattdessen zum Beispiel auf eine Tageskarte umsteigen oder kostenlose Fitness-Anlagen im Park nutzen. Viele Arbeitgeber bieten zudem Firmenmitgliedschaften an. Auch damit lässt sich Geld sparen.
Bei den Streaming-Angeboten kann sich ein Account mit mehreren Nutzerprofilen lohnen. So zahlt jede Person nur einen Bruchteil. Und bei Spotify reicht vielleicht auch die kostenlose Version mit Werbung.
Mit einem Umzug können Sie den wahrscheinlich größten Fixkostenblock reduzieren – zumindest in der Theorie. Denn gerade in Städten wie Köln und Bonn ist der Wohnungsmarkt angespannt und die Mieten dementsprechend teuer. Wer hier Geld sparen möchte, sollte sich unbedingt im Umland umschauen.
Wer bereit ist, Gemeinschafsräume zu teilen, kann auch über eine Wohngemeinschaft oder eine alternative Wohnform nachdenken – und so Geld sparen.
Während Fixkosten langfristig eher auf lange Sicht reduziert werden können, lassen sich die variablen Kosten von heute auf morgen senken.
Kosten für Lebensmittel lassen sich am besten sparen, indem Sie bewusster einkaufen: Planen Sie Ihre Mahlzeiten für eine Woche im Voraus. So können Sie gezielt einkaufen. Schreiben Sie sich dazu vorab eine Einkaufsliste und halten Sie sich möglichst daran. Vermeiden Sie Spontankäufe im Supermarkt. Denn diese Einkäufe sind meist die Budgetkiller.
Kochen Sie größere Mengen und frieren Sie Portionen ein. Das spart Zeit und Geld.
Nutzen Sie Apps wie „Too Good To Go“, über die Restaurants, Bäckereien und Supermärkte überschüssige Lebensmittel zu reduzierten Preisen abgeben. Kaufen Sie bevorzugt Eigenmarken. Die kosten oft deutlich weniger als Markenprodukte und schmecken oft genauso gut.
Hier heißt es: Kreativ werden und ausprobieren. Denn ein schöner Abend muss nicht teuer sein: Planen Sie einen Filmabend zuhause mit Freundinnen und Freunden, statt ins Kino zu gehen. Verabreden Sie sich zum gemeinsamen Kochen, statt ins Restaurant zu gehen. Und nutzen Sie kostenlose Freizeitangebote. Vor allem in Städten wie Köln und Bonn gibt es davon jede Menge: von Spaziergängen über kostenlose Konzerte, Open-Air-Kino bis hin zu kostenlosen Museumsbesuchen.
Second-Hand-Kleidung spart nicht nur Geld, sie ist auch nachhaltiger. Wer am liebsten vor Ort stöbert, geht dafür am besten auf einen Flohmarkt. Denn dort gibt es meistens die besten Schätze. In Köln und Bonn finden an nahezu jedem Wochenende Flohmärkte statt – vor allem in den Sommermonaten. Alternativ gibt es auch einige Second-Hand-Läden.
Wer ungern stöbert oder konkrete Vorstellungen hat, kann auch auf Plattformen wie Vinted oder Kleinanzeigen gezielt suchen. Und vor allem Geld sparen.
Wer seine monatlichen Fixkosten kennt und im Griff hat, gewinnt nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch ein Stück Lebensqualität. Denn nichts ist stressiger, als am Ende des Monats nicht zu wissen, wo das Geld geblieben ist. Mit einem klaren Überblick über Ihre Ausgaben können Sie bewusste Entscheidungen treffen, gezielt sparen und sich Wünsche erfüllen, ohne in finanzielle Schwierigkeiten zu geraten. Der Schlüssel liegt darin, sich einmal die Zeit zu nehmen, alle Fixkosten systematisch zu erfassen, kritisch zu hinterfragen und dann kontinuierlich im Blick zu behalten. Mit den richtigen Tools – sei es ein klassisches Haushaltsbuch, eine moderne App oder der Finanzplaner Ihrer Bank – wird das Ganze zum Kinderspiel. Und das Beste: Die Mühe lohnt sich. Schon kleine Optimierungen bei Strom, Versicherungen oder Abonnements können Ihnen 100 bis 200 Euro mehr pro Monat verschaffen – Geld, das Sie für die wirklich wichtigen Dinge im Leben nutzen können, sei es ein schöner Urlaub, eine Altersvorsorge oder einfach ein entspannteres Gefühl am Monatsende.
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