Sie überlegen schon länger, in Aktien zu investieren? Die gute Nachricht: Das geht einfacher als Sie vielleicht gerade noch denken. Denn mit ein paar einfachen Grundregeln können auch Einsteigerinnen und Einsteiger langfristig von hohen Renditen profitieren – auch mit wenig Budget. Wir zeigen Ihnen, wie das geht und erklären die wichtigsten Begriffe.
Veröffentlicht am 14.05.2025
12 Min. Lesezeit
Inhaltsverzeichnis
Einfach gesagt sind Aktien Unternehmensanteile, die an der Börse gehandelt werden. Unternehmen – genauer gesagt Aktiengesellschaften (AG) – können Aktien ausgeben, um sich Kapital zu beschaffen. Für Privatpersonen sind sie eine Möglichkeit, Geld gewinnbringend anzulegen.
Mit dem Kauf von Unternehmensanteilen werden Sie Aktionärin oder Aktionär. Im Regelfall haben Sie damit auch ein Stimmrecht: Einmal jährlich finden Aktionärshauptversammlungen statt, bei denen die Aktionärinnen und Aktionäre unter anderem darüber abstimmen, ob Dividenden (Teile des Gewinns) ausgeschüttet werden und falls ja, in welcher Höhe. Auch die Entlastung des Vorstandes ist Teil der Hauptversammlung – sie zeigt, dass die Mitglieder mit der Arbeit des Vorstands zufrieden sind und ihm vertrauen.
Ist das Unternehmen erfolgreich, können Sie von den Gewinnen profitieren – vorausgesetzt in der Aktionärshauptversammlung wird entschieden, dass ein Teil der Gewinne als Dividende ausgeschüttet wird. In der Regel passiert das einmal jährlich. Den restlichen Gewinn nutzt die Aktiengesellschaft zur Rücklagenbildung oder für Zukunftsinvestitionen.
Steigt der Kurs einer Aktie, weil das Unternehmen erfolgreich ist, können Sie Ihre Aktie an der Börse mit Gewinn verkaufen. Der Verkauf ist auch das eigentliche Ziel des Aktienhandels. Fast immer lohnt es sich aber, Aktien langfristig zu halten. Denn die Vergangenheit hat gezeigt: Langfristige Anlagezeiträume reduzieren das Risiko auf Kursverluste.
Benötigt ein Unternehmen Kapital – zum Beispiel für Investitionen – kann es einen Kredit aufnehmen. Viele Unternehmen entscheiden sich stattdessen jedoch dafür, die eigenen Aktien an der Börse handeln zu lassen, das können Anteile der Altaktionäre oder Anteile aus einer Kapitalerhöhung sein. Dadurch erhält das Unternehmen neues Kapital.
Ist die ursprüngliche Anzahl an Aktien aufgebraucht, kann das Unternehmen durch eine Kapitalerhöhung neue Aktien ausgeben – also noch mehr Kapital „einsammeln“.
Der Aktienhandel findet immer an der Börse statt. Die Wertpapiere werden hier zu einem bestimmten Kurswert gehandelt, der wiederum von der aktuellen wirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Lage abhängt.
Ob der Kurs steigt oder fällt, hängt deshalb von verschiedenen Faktoren ab. Dazu gehören unter anderem:
Gerade wenn man anfängt, sich mit Aktien zu beschäftigen, ist es eine Herausforderung, die vielen Fachbegriffe zu verstehen. Wir schlüsseln Ihnen deshalb die wichtigsten Grundbegriffe auf. Für mehr Klarheit und einen besseren Einstieg.
Ist der Kurs einer Aktie hoch, reagieren neue Anlegerinnen und Anleger oft zurückhaltend. Um Aktien in solchen Fällen attraktiver zu machen, kann ein Aktiensplit erfolgen. Dabei wird nicht das Unternehmenskapital erhöht, sondern die Anzahl der Unternehmensaktien.
Bestandsanlegerinnen und -anleger erhalten beispielsweise im Falle eines 2:1-Splits pro gehaltener Aktie eine weitere dazu. Beide Aktien sind dann nur noch die Hälfte wert. Durch die neue Aktie bleibt der Aktienwert aber insgesamt erhalten. Neue Anlegerinnen und Anleger können nun zu einem geringeren Preis einsteigen.
Dieses Prinzip funktioniert auch umgekehrt: Ist der Aktienkurs niedrig und ein Einstieg nicht lohnenswert, können mehrere Aktien mittels eines Reverse-Splits zusammengelegt werden.
Bevor Aktien an der Börse gehandelt werden können, müssen sie vorab in einem Börsengang (Englisch: Initial Public Offering (IPO)) zu einem festgelegten Preis ausgegeben werden. Im Rahmen des IPO können Anlegerinnen und Anleger die Aktien kaufen.
Ein Wertpapierdepot ist ein Konto, mit dem Sie Ihre Wertpapiere verwalten und handeln können. Es funktioniert im Grunde wie ein Girokonto – mit dem Unterschied, dass mit einem Depot Aktien oder andere Wertpapiere anstatt Geld verwaltet werden.
Bevor Sie also Aktien kaufen und verkaufen können, müssen Sie ein Depot eröffnen. Das geht bei Ihrer Bank oder einem Online-Broker.
Diversifikation spielt grundsätzlich bei Geldanlagen eine große Rolle. Es geht dabei darum, nicht alles auf eine Karte zu setzen – also Ihr Geld auf verschiedene Anlagen zu verteilen. Am besten auf einen Mix aus risikoreichen und risikoarmen Anlagen.
Dieses Prinzip lässt sich auch auf Ihr Aktieninvestment übertragen: Statt Ihr Geld in eine einzige Aktie zu investieren, können Sie zum Beispiel Anteile an mehreren Unternehmen aus verschiedenen Branchen oder sogar Ländern kaufen. So streuen Sie das Risiko: Läuft eine Aktie schlecht, können andere Aktien das ausgleichen.
Die Dividende beschreibt die Gewinnausschüttung eines Unternehmens an die Aktionärinnen und Aktionäre. Solche Gewinne werden meist einmal im Jahr ausgeschüttet – sofern das Unternehmen Gewinne erwirtschaftet und es auf der Hauptversammlung beschlossen wird.
Aktionärinnen und Aktionäre haben pro Aktie eine Stimme, mit der sie auf der Hauptversammlung beispielsweise über die zukünftige Entwicklung des Unternehmens, die Besetzung des Aufsichtsrats sowie die Höhe der Dividende abstimmen können.
Die Aktiengesellschaft kann auf der Hauptversammlung beschließen, neue Aktien auszugeben. Man spricht in diesem Fall auch von einer Kapitalerhöhung.
Da die erhöhte Menge an Aktien Ihren bestehenden Aktienanteil prozentual verkleinert, haben Sie als Aktionärin oder Aktionär in der Regel ein Bezugsrecht bei diesen Aktien – können die Aktien also zu einem festgelegten Preis kaufen, bevor sie öffentlich angeboten werden und damit Ihren prozentualen Unternehmensanteil sichern.
Eine Aktiengesellschaft kann Namens- oder Inhaberaktien ausgeben:
Namensaktien (seltener): Erwerben Sie eine Namensaktie, werden Sie namentlich mit der Anzahl der gehaltenen Aktien im Aktienregister geführt. Mit dieser Eintragung können Sie an der Aktionärshauptversammlung teilnehmen und Ihr Stimmrecht ausüben.
Inhaberaktien (der Normalfall): Auch mit dem Kauf von Inhaberaktien sind Sie automatisch zur Teilnahme an der Hauptversammlung berechtigt und haben automatisch ein Stimmrecht, ohne dass Sie im Register eintragen sein müssen. Durch die formlose Übergabe können Inhaberaktien flexibel und unkompliziert gehandelt werden. Das ist ein Vorteil für Unternehmen und auch für Investorinnen und Investoren.
Der Nennwert beschreibt den Anteil der Aktie am Grundkapital des Unternehmens. Der Nennwert ist – anders als der Kurswert – also ein fester Betrag.
Im Gegensatz dazu unterliegt der Kurswert Schwankungen. Er verändert sich je nach Angebot, Nachfrage und Erfolg des Unternehmens. Einfach gesagt ist der Kurswert der Preis, zu dem die Aktie gehandelt wird. Ist das Unternehmen, das die Aktien ausgegeben hat, erfolgreich, steigen die Kurswerte in der Regel. Sie können die Aktie dann gewinnbringend verkaufen. Laufen die Geschäfte hingegen schlecht, sinkt meist auch der Kurswert. Verkaufen Sie die Aktie zu einem solchen Zeitpunkt, müssen Sie mit Verlusten rechnen.
Die Rendite beschreibt den Gewinn einer Geldanlage. Sie wird meist in Prozent angegeben und zeigt, wie sehr sich eine Anlage lohnt. Wenn Sie beispielsweise 1.000 Euro investieren und Ihre Aktie ein Jahr später für 1.050 Euro verkaufen, beträgt Ihre Rendite fünf Prozent.
Aktien sind durch die hohen Renditechancen eine attraktive Geldanlage – vor allem im Vergleich zu klassischen Anlageformen wie Tages- oder Festgeld. Wenn alles gut läuft, können Sie Ihrem Geld über die Jahre beim Wachsen zusehen und von Kursgewinnen sowie Dividenden profitieren. Denn auch wenn die Kurse schwanken, hat sich in der Vergangenheit immer wieder gezeigt, dass es sich lohnt, Aktien langfristig zu halten. Aber wie bei jeder Geldanlage gilt: je höher die Renditechance, desto höher die Verlustrisiken.
Aktien können eine sinnvolle Geldanlage für Anfängerinnen und Anfänger sein. Um die Risiken zu minimieren, sollten Sie allerdings ein paar einfache Grundregeln beachten und die für Sie passende Anlageform wählen.
Mit einem Einzeltitel kaufen Sie eine Aktie von einem Unternehmen. Der große Nachteil: Schreibt das Unternehmen rote Zahlen oder geht insolvent, können Sie Ihre gesamte Anlagesumme verlieren. Bevor Sie in Einzelaktien investieren, informieren Sie sich vorher intensiv über das Unternehmen: Lesen Sie dazu den Geschäftsbericht sowie weitere Analyseberichte, prüfen Sie die aktuellen Quartalszahlen und volkswirtschaftlichen Prognosen – und entscheiden Sie erst dann, ob Sie in Einzeltitel investieren.
Ist Ihnen das zu risikoreich, sind Aktienfonds eine gute Alternative. Denn sie sind die risikoärmere Variante: Statt in eine einzelne Aktie investieren Sie Ihr Geld in viele verschiedene Unternehmen. Der Vorteil dabei: Entwickelt sich die Aktie eines Unternehmens negativ, können andere Aktien diese Wertschwankungen ausgleichen. Fonds minimieren also das Risiko, indem sie das Verlustrisiko streuen. Sie werden zudem von Fondsmanagerinnen und -managern verwaltet: Sie analysieren den Markt und entscheiden auf dieser Basis, welche Aktien für den Fonds geeignet sind.
Während bei Einzeltiteln eine gründliche Recherche über das Unternehmen sinnvoll ist, sollten Sie sich bei Aktienfonds am besten im Vorfeld über die Fondsgesellschaft informieren: Wurde sie bisher gut bewertet? Entspricht die Fondsausrichtung Ihrem persönlichen Chance-Risiko-Profil?
Auch ETFs sind eine gute Anlageform für Einsteigerinnen und Einsteiger. Statt in eine einzelne Aktie investieren Sie auch hier in eine Sammlung von Aktien, die der Zusammensetzung eines bestimmten Index (z. B. DAX) entspricht.
Während klassische Fonds oft aktiv gemanagt werden, bilden ETFs in der Regel automatisch einen Index ab. Es gibt also kein Fondsmanagement, das aktiv Wertpapiere kauft oder verkauft. Der Vorteil: Die laufenden Kosten sind meist geringer.
Für Anfängerinnen und Anfänger können sich auch aktiv gemanagte Fonds und ETFs lohnen, die auf Nachhaltigkeit setzen und die ESG-Kriterien erfüllen.
Erfüllt ein Finanzprodukt die ESG-Kriterien kann das bedeuten, dass es besser performt als klassische Anlagevarianten. Das liegt einerseits daran, dass die Unternehmen in der Regel den Fokus auf gefragte Zukunftstechnologien und Wachstumswerte legen. Andererseits schätzen auch Konsumentinnen und Konsumenten Unternehmen, die sozial, wirtschaftlich nachhaltig und ökologisch handeln. Das kann die Marktposition des Unternehmens verbessern und so Ihre Rendite erhöhen.
Sie können Aktien direkt kaufen oder aber Ihr Geld über Aktiensparpläne anlegen. Solche Sparpläne sind in der Regel für Anfängerinnen und Anfänger eine gute Sache. Sie lohnen sich für alle, die keine große Anlagesumme zur Verfügung haben. Statt einem einmaligen Betrag investieren Sie regelmäßig einen Betrag – zum Beispiel jeden Monat 50 Euro – und bauen sich so über Jahre Vermögen auf.
Dabei bleibt die zu zahlende Summe immer dieselbe – unabhängig davon, was die Aktie beim Kauf kostet. Einige Broker bieten deshalb auch die Möglichkeit, Aktienbruchteile von teuren Aktien zu kaufen.
Um das Risiko zu streuen, können Sie auch verschiedene Sparpläne einrichten.
Auch als Anfängerin oder Anfänger können Sie verschiedene Anlageformen kombinieren – zum Beispiel eine Einmalanlage in einen nachhaltigen Fonds mit einem Aktiensparplan, mit dem Sie langfristig Vermögen aufbauen.
Die wichtigste Regel ist: Investieren Sie nur so viel Geld in Aktien, wie Sie sich leisten können zu verlieren. Überlegen Sie dabei, auf wie viel Geld Sie in den kommenden fünf bis zehn Jahren verzichten können und nutzen Sie ausschließlich verfügbares Kapital.
Gerade für Anfängerinnen und Anfänger – und alle ohne Eigenkapital – lohnen sich Sparpläne. Bei der Sparkasse KölnBonn können Sie ab 25 Euro im Monat starten und mit kleinen Beträgen vorsorgen.
Eröffnen Sie ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker oder Ihrer Hausbank. Das Depot ist quasi Ihr „Aktienkonto“, auf dem Ihre gekauften Aktien verwahrt werden.
Bevor Sie Ihre erste Aktie kaufen können, müssen Sie Geld auf Ihrem Verrechnungskonto einzahlen. Von diesem Guthaben können Sie später Aktien kaufen.
Recherchieren Sie vorab, in welches Unternehmen Sie investieren möchten. Geben Sie den Namen des Unternehmens, die Wertpapierkennnummer (WKN) oder International Securities Identification Number (ISIN) ein. Beide Nummern identifizieren das jeweilige Wertpapier.
Bevor Sie die Order aufgeben, fehlen noch ein paar letzte Details – zum Beispiel die Stückzahl der Aktien, die Sie kaufen möchten. Wählen Sie zudem aus, ob Sie die Aktien zum nächstmöglichen Kurs (ohne Limit) oder zu einem Höchstpreis (Limit Order) kaufen möchten. Mit „Limit Order“ kann sich der Kauf verzögern oder gar nicht stattfinden. Denn bei dieser Variante wird die Aktie nur gekauft, wenn der Kurs unter Ihrem angegeben Höchstpreis liegt.
Ihr Broker sucht nun automatisch nach einem passenden Angebot und bucht die Aktie anschließend auf Ihrem Depot ein.
Als Anfängerin oder Anfänger können Sie genauso wie erfahrene Profis in Aktien investieren und von hohen Renditen profitieren – vorausgesetzt Sie legen Ihr Geld nicht kurzfristig an, sondern haben Zeit, einen günstigen Verkaufszeitpunkt abzuwarten. Denn die Erfahrung zeigt: Über die Jahre hinweg gleichen sich starke Schwankungen im Aktienkurs aus. Wer Geduld mitbringt, kann also von Kursgewinnen profitieren. Zudem sind regelmäßige Gewinnausschüttungen möglich.
Neben dem einmaligen Kauf einzelner Aktien können Sie auch mit Fonds oder Sparplänen investieren – langfristig und oft risikoärmer. Gerade für Anfängerinnen und Anfänger ist das ein guter Weg.
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